Alpiner Weg (drahtseilgesicherte oder besonders ausgesetzte Stelle, Firn, Blockhalde)
R42
Lamsenjochhütte » Falkenhütte
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4h35 |
15.9 km
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832 m
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933 m
Diese Etappe führt in das Herz des Alpenparks Karwendel, bietet wunderschöne Aussichten auf den Achensee und beeindruckt durch die Nähe der Laliderer Wände. Der Steig von der Lamsenjochhütte zum Lamsenjoch ist etwas ausgesetzt, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind erforderlich. Der Große Ahornboden lädt zu einer gemütlichen Rast ein.
Von der Lamsenjochhütte sieht man in das Falzurntal, das von Pertisau aus erreichbar ist. Der Weg schlängelt sich in steilen Serpentinen vom Gasthof Gramaialm zur Lamsenjochhütte herauf. Die Via Alpina folgt aber dem Weg zum westlichen Lamsenjoch, das man in ca. 30min erreicht. Hier zweigt der Weg zum Gramai-Hochleger und zum Sonnjoch ab. In ca. 1h bergab, zuerst auf einem Wanderweg und dann auf einem etwas breiteren Weg, den man aber auf jeden Fall benützen sollte, da die Vegetation in diesem Bereich durch die zahlreichen Abschneider schon stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, erreicht man die Binsalm, die nicht nur frische Buttermilch und kleine Gerichte anbietet, sondern auch über Übernachtungsmöglichkeiten verfügt. Auf der Forststraße gelangt man in ca. 30min zu der Abzweigung „Abkürzung Alpengashof Eng“. Wenn man direkt zum Alpengasthof Eng möchte, bietet sich dieser kleine, etwas steilere Weg an. Ansonsten folgt man besser der Forststraße und gelangt gemütlich zur Engalm. Die Eng (Großer Ahornboden) ist der Endpunkt der Autostraße durch das sehr schöne Hinterrißtal und Ausflugsziel zahlreicher Touristen, die sich für gewöhnlich aber im Tal bzw. auf der Binsalm aufhalten (ca. 2h). Von der Engalm folgt man der Beschilderung in Richtung Falkenhütte. Es handelt sich dabei um einen Wanderweg, der stetig bergan führt. Anfangs laden immer wieder Parkbänke zum Verweilen und zum Genießen der Aussicht über die Eng und das Hinterrißtal ein. Schon nach kurzer Zeit kommt man in den bewaldeten Bereich, der angenehmen Schatten spendet. Besonders beeindruckend sind die alten Ahornbäume und die bunte Alpenflora beiderseits des Weges. Nach ca. 40min Gehzeit wird die Vegetation allmählich niedriger und gibt bereits den Blick auf die Lalidererwände frei. Nach weiteren 50min erreicht man das Hohljoch auf 1.795m und sieht bereits die Falkenhütte. Rechts sieht man hinunter in das Lalidertal. Zur Falkenhütte ist es noch einmal etwa 1h. Dabei quert man den Hang unterhalb der Lalidererwände, durch die einige der berühmtesten Kletterrouten der Ostalpen führen. Die letzten 15min geht man auf einem Forstweg zur Hütte bergan (ca. 2h30min ab der Eng). (Christina Schwann, OeAV)
Natur- und Kulturerbe
Ganz im Gegensatz zu den Tuxer Alpen, die südlich des Inns liegen, bestehen die Karwendelberge hauptsächlich aus Wettersteinkalk und Hauptdolomit. Diese Gesteinsformationen bewirken die schroff aufragenden Felswände, die in der Kreidezeit und dem Tertiär in dem über 100 Millionen Jahre andauernden Prozess der Gebirgsbildung gehoben wurden. Die Wandlung der Berge ist aber keinesfalls abgeschlossen. Wind und Regen nagen an den Felsflanken und sprengen immer wieder kleinere und größere Gesteinsbrocken aus den Wänden. Typisches Zeichen dieser andauernden Erosion sind die Geröllhalden der weiten Kare am Fuße der steil aufragenden Flanken, z.B. der Lalidererwände bei der Falkenhütte. Bemerkenswert bei dieser Tagesetappe ist vor allem der Große Ahornboden, die Eng. Das 265ha große Landschaftsschutzgebiet ist geprägt durch den Kontrast des Weidegebietes der Engalm und dem Hochgebirgspanorama des Karwendelhauptkammes. Der Talboden ist völlig eben. Dieser Umstand ist darauf zurückzuführen, dass hier ursprünglich ein großer See lag. Am Seegrund haben sich Lehmschichten abgelagert, die alle Unebenheiten ausglichen. Schon seit über 1000 Jahren wird die Eng als Alm genutzt. Der Großteil der Bergahornbestände verjüngte sich vermutlich während dem 30-jährigen Krieges (1618-1648). Mitte des 19. Jahrhunderts kam es zu einer gewaltigen Vermurrungen, die die Alm zu einer wahren "Hungeralm" werden ließ. Bis 1930 hat sich die Natur aber wieder erholt, auch wenn der Engalmbach viel Schottermaterial abgelagert hat und schließlich verbaut wurde. Das Alter der großen Ahornbäume wird auf 350-600 Jahre geschätzt. Um den Fortbestand der Ahornbäume auf dem Großen Ahornboden musste jahrelang gebangt werden, denn die Wurzeln der Jungpflanzen konnten die wasserführende Schicht im Untergrund wegen Absinkens des Grundwasserspiegels nicht mehr erreichen. Und warum der gesamte Große Ahornboden von keiner anderen Baumart als dem Bergahorn durchsetzt ist, ist immer noch ein Rätsel. Hierzu können nur Vermutungen geäußert werden, z.B. dass um Weideland zu schaffen, die Nadelhölzer geschlägert wurden und jetzt aufgrund der relativ starken Beweidung keine anderen Baumarten mehr aufkommen. Dabei stehen die Bäume einzeln, also nicht wie in einem Wald direkt nebeneinander. Es scheint fast so, als hätte sich jeder Ahorn sein eigenes Hoheitsgebiet geschaffen. So hat auch jeder Baum seine ganz eigene Geschichte und einzigartiges Aussehen. (Christina Schwann, OeAV)
Andere Weitwanderwege und Varianten
Besteigung des 2457 m hohen Sonnjochs; von der Forsstraße zur Binsalm führt eine Abkürzung durch den Wald hinunter in die Eng, endet genau bei Alpengasthof-Café Eng, steiler und enger Weg.
Nützliche topografische Karten
5/2 Karwendelgebirge Mitte und 5/3 Karwendelgebirge Ost ~ Oesterreichischer Alpenverein (1:25.000)
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