Alpiner Weg (drahtseilgesicherte oder besonders ausgesetzte Stelle, Firn, Blockhalde)
D53
Larche » Bousiéyas
6h35 |
19.4 km
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1241 m
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1043 m
Ab dem Dorf Larche benutzt diese Etappe den GR® 5-56 Tour de l’Ubaye entlang des Wildbachs Ubayette. Über das geschützte Lauzanier-Tal betreten wir das Gebiet des Nationalparks Mercantour. Über den alten Maultierpfad Pas de la Cavale am Fusse des Enchastraye-Kopfes erreicht man zuerst die militärischen Relikte des Camp des Fourches und schließlich den verlassenen Weiler Bousiéyas, das Etappenziel.
Diese Etappe am Eingang vor dem Nationalpark Mercantour, zwischen dem Ubaye-Tal und dem Tinée-Tal, verlässt die Schauplätze militärischer Abenteuer und dringt in das Innere des außergewöhnlichen Naturerbes ein.
Der Weg folgt dem Ubayette, einem tosenden Fluss, der 1957 alles mit sich riss und Ende des Zweiten Weltkrieges das Tal vernichtete. Man begegnet dem Méane-Haus (aus dem Provenzalischen „méane“ = Mitte), das diese Katastrophe überlebt hat, mit seiner modernen Kapelle St-Marie Madeleine (zur Heiligen Maria Magdalena), die 1960 wieder aufgebaut wurde. Im Osten ist der Larche-Sattel sichtbar, der niedrigste Straßensattel zwischen Frankreich und Italien.
Kurz danach führt der Weg über das Lauzanier-Gletscher-Tal (aus der Mundart las lauzas niera) in den mittleren Teil des Parks, der 1979 gegründet wurde. Dieses Gebiet wurde bereits 1938 zu einem Naturreservat erklärt, hatte man doch den Pflanzenreichtum (mit „Meeren“ an blauen Disteln) und die außergewöhnliche Fauna schon sehr früh erkannt.
Das Tal erstreckt sich zwischen Sümpfen und kieselhaltigem Fels, der Heimat von Steinböcken und Gämsen, dem verhießenen Land für Botanisten (seit dem außergewöhnlichen Kongress, der 1833 rund um die Flora von Lauzanier abgehalten wurde) und seit der Nachkriegszeit der Weidewirtschaft gewidmet. Der Weg steigt bis zur Quelle des Flusses an, dem Lauzanier-See. In der Nähe steht eine Kapelle, die trotz allem Ziel einer jährlichen Wallfahrt ist.
Unzählige Seen säumen den Weg, die vom Enchastraye-Kopf (aus der Mundart enchastre = Schafweide) beherrscht werden, einem Wachposten der vielen Weiden in den Tälern bis zum Cavale-Weg, dem „Maultierweg“ und dem Zugang zum Départment Alpes-Maritimes. Weiter unten erblickt man das Haute-Tinée-Tal, in das sich der verlassene Weiler Bouséyas schmiegt.
Das Fourches-Lager ist ein Überbleibsel vom Anfang des 20. Jahrhunderts und veranschaulicht die Verteidigungsarchitektur während des Zweiten Weltkriegs. Es beinhaltet einige beeindruckende Ruinen auf Höhe des Weilers, der am gleichnamigen Sattel liegt. Hier erheben sich die Reste eines kleinen Forts, das über das unten gelegene Lager wachte.
Heute besitzt Bousiéys nur eine einzige Unterkunft. Die Zufahrtstraße ist häufig durch Lawinen blockiert. Aber die im Jahre 1718 für den Grafen von Dalmas erbaute Kirche, die auch der Gemeinde den Namen gab (Saint Dalmas) steht noch und erwacht am 28. Juli beim Schutzpatronfest zu neuem Leben.
(Sara Zeidler, Gilles Chappaz, Grande Traversée des Alpes)
Geheimtipp oder Kritik? Geben Sie Ihren eigenen Kommentar zu dieser Etappe ab. Für allgemeinere Bemerkungen, nutzen Sie bitte die Funktion Kommentar der Seite Via Alpinisten am Wort.
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